Das Schusterhäusl – ein historisches Denkmal mit Geschichte

Die Ursprünge des Schusterhäusls seit 1120

Das Schusterhäusl, ein ehemaliges Mesnerhaus, blickt auf eine lange Tradition und Geschichte zurück. Erstmals 1120 als Teil von ‚Tegirnwach‘ erwähnt, wurde das heutige Gebäude im Jahr 1752 errichtet. (Namensdeutung „großer Wiesenhang“). Das historische Denkmal befindet sich in einer Gruppe malerischer Häuser nordwestlich der Kirche in Törwang.

Geschichte des Schusterhäusls
Das Schusterhäusl 1933

Die prachtvolle Lüftlmalerei

Die Schönheit des Schusterhäusls zeichnet sich durch die kunstvolle Fassadenmalerei aus, die bereits 1794 entstand. (Jahreszahl über der südl. Eingangstüre- „G- P/17-94A- P Georg Puchauer – Anna Puchauerin). An der Südfassade befinden sich  Malereien von „Christus Salvator“ und „Maria von der Schönen Liebe“. Westlich im Bereich des 1. OG sieht man Darstellungen des Hl. Georgs und der Hl. Anna, auf der Ostseite Malereien des Hl. Nepomuk und des Hl. Josef.

Aus längst vergangenen Zeiten

Filmclip aus den 60er Jahren

Die Kunst der Lüftlmalerei

Maria von der schönen Liebe

Andachtsbildnis der Maria von der Schönen Liebe. Kopie des Gnade- und Wallfahrtsbildnisses von 1704 in der Pfarrkirche in Wessobrunn. Verweist aber auch zusätzlich auf das Urbild dieser Darstellung eine Marienfigur in Salzburg, Maria Plain mit IHS-Medaillon auf der Brust von 1680/82. Der Chiemgau und das anschließende Gebiet östlich vom Inn und somit auch der Samerberg gehörten zum Bistum Chiemsee und somit auch zum Erzbistum Salzburg.

Heiliger-Johannes-Nepomuk

Heiliger Johannes Nepomuk. Er ist im katholischen Glauben allgemein als Brückenheiliger bekannt aber auch Patron der Flößer, Müller, Schiffer, der Beichtväter und Priester. Der Bezug zum Haus kann berufliche Gründe haben, er könnte aber auch Namenspatron eines Angehörigen sein. Namestag ist am 16. Mai.

Christus-Salvator-Mundi

Andachtsbildnis Christus Salvator Mundi, Christus mit Segenshand und Reichsapfel mit Kreuz Erlöser oder Heiland der Welt.

Heiliger Georg

Der Heilige Georg, Namenspatron des Bauherrn „Georg Puchauer“ (Buchauer), der den Umbau 1794 veranlasste, bei dem das Obergeschoss versteinert, die Fassade neu verputzt und die noch heute sichtbaren Lüftlmalereien aufgebracht wurden. Der normalerweise unter dem hl. Georg liegende, besiegte Drache wurde bei der letzten Renovierung aus Kostengründen nicht mehr rekonstruiert! Namenstag ist am 23. April.

Heilige Anna

Das rechte Wandbild an der Westfassade stellt auf der rechten Seite die hl. Anna, Mutter der Gottesmutter, dar, auf der linken Seite kniet oder sitzt Maria. Die hl. Anna ist im Katholischen die Namenspatronin der Frau des Bauherrn „Puchauer“, unter dem das damalige Mesneranwesen 1794 im Obergeschoss versteinert, seine Fassaden neu verputzt und die noch heute sichtbaren Lüftlmalereien aufgebracht wurden.

Heiliger Joseph

Heiliger Joseph mit Jesuskind auf dem Arm. Das Jesuskind trägt in seiner Hand das Kreuz als Zeichen für sein späteres Leiden und Sterben aber auch der Erlösung. Joseph hat zusätzlich eine weiße Lilie in seiner linken Hand als Zeichen der Reinheit aber auch als Hinweis auf die Verlobung mit Maria. Er war im 18. Jh. für die Katholiken ein bedeutender Heiliger mit eigenem Feiertag der erst in der 2. Hälfte des 20. Jh. abgeschafft wurde. Die Darstellung kann auf eine mit der Familie verbundene Person als Namenspatron hinweisen, oder auch Schutzpatron für Bauberufe (vor allem für die Zimmerleute) gelten.